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Pflege-TÜV

Im Herbst 2019 kommt der neue Pflege-TÜV

Im Herbst 2019 kommt der neue Pflege-TÜV

Bildinhalt: Einen Transparenten Ball die von beiden Händen festgehalten wird und in dem Ball sind zwei Senioren als kleine schwarze Figuren gemalt, dabei hat einer einen Gehstock

Der neue Pflege-TÜV kommt nach jahrelanger Kritik an dem derzeitigen Pflege-TÜV endlich im Herbst diesen Jahres. Der Pflege-TÜV soll die Qualität der Heime transparenter machen. Durch den neuen Pflege-TÜV sollen die Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen eine aussagekräftige Bewertung für die Heime in Deutschland erhalten. Gernot Kiefer, der Vorstand des GKV-Spitzenverbands sagte: „Am 1. November beginnen in den Pflegeheimen endlich die Prüfungen nach dem neuen Qualitätssystem“.

Die neue überarbeitete Prüfung soll eine Aufschlussreichende Darstellung über die Qualität der Pflegeheime erschließen. Die derzeitigen Pflegenoten, die oft kritisiert wurden, sollen abgeschafft werden, durch die kein Vergleich möglich ist, da diese fast immer positiv ausfallen. Für die neue Reform hat das zuständige Gremium Qualitätsausschuss von Krankenkassen und Heimbetreibern. Kiefer sagte: „Bereits im Frühjahr 2020 werden erste Ergebnisse veröffentlicht und bis Ende 2020 soll jedes Heim nach den neuen Regeln geprüft worden sein.“

Die neue Transparenz über die Pflegequalität sei ein Fortschritt für die Bewohner und deren Angehörige. „Sie war längst überfällig“. Im Sommer letzten Jahres hatten Wissenschaftler unter der Anweisung des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld ein Plan zu einer verbraucher-näheren Bewertung der über 13 000 Pflegeheime und gleichvielen ambulanten Pflegedienste in Deutschland vorgezeigt. Dabei sollen im Fokus stehen der wirkliche Gesundheitszustand der Pflegeheimbewohner, sowie die Angebote der Pflegeeinrichtung und Ausstattung. Es muss noch das Konzept vom Qualitätsausschuss Pflege, der von Bundesregierung gegründet wurde in Richtlinien ausgeführt werden.

In dem Ausschuss sitzen Repräsentanten der Pflegekassen und der Anbieter von Pflegeleistungen. Pflegenotstand gibt es seit 2009. Dabei sei das Ziel das die Angehörigen schnell und unkompliziert ein gutes Pflegeheim oder eine ambulante Pflegestation für pflege-bedürftige Familienmitglieder finden können. Um die 70 Kriterien werden jährlich alle Einrichtungen vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) mit Schulnoten bewertet. Schnell geeinigt haben sich die Politik, Pflegekassen, Heimbetreiber und Verbraucherschutz das der eingeführte Pflege-TÜV nicht mit Schulnoten geleistet werden könne.

Karl-Josef Laumann, der damalige Pflegebeauftragte sagte: „Es werden bewusst Schwachstellen vertuscht, damit keine Pflegeeinrichtung schlechter dasteht als andere“. So bekommen alle Pflegeheime die Note 1,2 dieses ist für Kritiker ein Dorn im Auge. Bemängelt wurde das vor allem bürokratische Abläufe überprüft wurden und das keine K.-o.- Kriterien dargestellt wurden. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sagte: „Singen eins, Mathe sechs – in der Schule bleiben Sie damit hängen, im Bereich der Pflege erhalten Sie die Durchschnittsnote drei“.

Die Arbeit hatte deswegen im Sommer 2016 der Pflege-Qualitätsausschuss aufgenommen. Daher habe er die Bielefelder Wissenschaftler beauftragt gemeinsam mit Pflegekassen, Vertreter der Pflegebedürftigen, sowie die Einrichtungsträger ein ausgereifteres wissenschaftliches Verfahren zur Qualitätsmessung vorzureichen.

In Zukunft soll es ein Baukastensystem geben, das mehr Informationen zu Verfügung stellt als bereits zuvor. Ein neues Prüfungsverfahren hatte der Gesetzgeber der Pflegeeinrichtung, -kassen und Kommunen 2015 beauftragt bis März 2017 zu entwickeln. So gab es immer wieder Verschiebungen. Seit letzten Herbst liegen den Krankenkassen und Heimbetreibern Empfehlungen von Wissenschaftlern für einen neuen Pflege-TÜV vor.

Dabei soll zum ersten Mal die Situation in den Heimen realistisch ermittelt werden und für alle ersichtlich dargestellt werden. Bei der Bewertung der medizinischen Pflegequalität sollen jährlich Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK), Selbstangaben sowie Berichte der Heimaufsicht zusammenströmen der jeweiligen Pflegeheime. Klaus Wingenfeld der Bielefelder Pflegewissenschaftler hat für letzteres genaue Gesichtspunkte entwickelt. So werde jeder Bewohner bei der internen Prüfung begutachtet. Veränderungen im Pflegezustand können in Zeitreihen aller Bewohner bemerkt werden.

Wingenfeld sagte: „Es geht künftig etwa darum, wie gut es gelingt, Mobilitätsverlust, Sturzverletzungen, die Entstehung von Druckgeschwüren oder den Einsatz freiheitseinschränkender Maßnahmen zu vermeiden“. Laut dem Konzept sollen die Ergebnisse mit Kategorien versehen werden wie „weit über Durchschnitt“, „etwas über Durchschnitt“, „nah am Durchschnitt“, „etwas unter Durchschnitt“ oder „weit unter Durchschnitt“ ausgewertet werden. Bildliche sollen zudem besonders gute oder schlechte Ergebnisse dargestellt werden.

Beispielsweise soll der Verbraucher Informationen erhalten über die Lebensqualität in der Einrichtung durch das neue Bewertungssystem. Die Einrichtungen sollen Auskunft geben um viele Pflegebedürftige ein Pflegender sich kümmert.

Dabei sollen die bisherigen Pflegenoten noch so lange zu sehen sein, bis dieses durch den neuen Pflege-TÜV ersetzt wurden. In Portalen der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen wie Beispielsweise den „Pflegelotsen“ sollen die Informationen abrufbar sein. Die Infos über die Qualität soll zudem in den Pflegeheimen ausgehängt werden. Quelle: aerzteblatt.de

Quelle: dpa

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